Fragen & Antworten

Kritische Fragen!? Wir haben Antworten.

Wir beantworten hier alle Fragen, die uns gestellt werden und von denen wir denken, dass sie uns gestellt werden können – auch die unangenehmen. Wenn deine nicht dabei ist, schick sie uns.

"SG stärkt Gesellschaft" ist eine Kampagne der SG Schorndorf. Wir wollen darauf aufmerksam machen, dass der Spagat, in den wir als Großsportverein gezwungen sind, kaum mehr zu halten ist. Wachsende Erwartungen und Unwägbarkeiten auf der einen Seite. Schrumpfende Mittel und schwindende Wertschätzung auf der anderen. Wir wollen, dass mehr Menschen sehen und verstehen: Die SG bewegt Schorndorf. Die SG macht Schorndorf lebenswerter. Die SG stärkt Gesellschaft.

Wir wollen informieren. Wir wollen Verständnis. Wir wollen zum Mitmachen anregen.

Keineswegs. Aber natürlich: Die immer schwierigere Finanzlage ist ein großes Problem. Für uns kommt gerade vieles zusammen: Kürzungen von staatlichen / städtischen Zuschüssen, steigende Hallenmieten, allgemeine Kostensteigerungen (insb. Energie) und Inflation, (drohender) Verlust von Sponsorengeldern wegen der allgemeinen wirtschaftlichen Lage, immer mehr bürokratische Hürden … Von all dem sind wir als Großsportverein in besonderem Maße betroffen.

Für die SG sind mehrere hundert Menschen tätig, 50 Hauptamtliche und mehr als 400 Ehrenamtliche. Wir sind ein Sportverein, aber wir sind mehr als das: Wir sind ein professioneller Dienstleister, an den entsprechende Erwartungen gestellt werden. Wir sind im Grunde ein mittelständisches Unternehmen – und das braucht eine professionelle Führung. Die Leistung unserer Ehrenamtlichen ist gigantisch. Doch ohne professionellen Rahmen, ohne hauptamtliches Team, könnten es kein so breites Angebot geben, Strukturen und Prozesse würden nicht funktionieren. Hinzukommen noch Themen wie Hallenmieten, Kosten für Infrastruktur, Verwaltung von Anlagen und Gebäuden in unserem Besitz usw. All das bringt Kosten, Verantwortung und Arbeit mit sich – für die es hauptamtliche Fachkräfte braucht.

Nein, für die allermeisten Hallen, die wir nutzen, zahlen wir Miete. Uns gehört das Ulrich Schatz Sportvereinszentrum, das Außensportgebäude, das Tennisheim, die Padel-Courts, die Tennis-Plätze, die Beach-Courts und wir haben einen Art Mietkaufvertrag mit der AOK Arena. Diese Gebäude / Flächen gehören uns sozusagen. Zum Großteil jedoch mieten wir die vielen Hallen und die Sportplätze, insbesondere von der Stadt, teilweise auch vom Landkreis. In der Vergangenheit war es so, dass wir steigende Kosten bei der Hallenmiete mit wachsenden städtischen Zuschüssen mehr oder weniger ausgleichen konnten. Nun sollen aber zugleich Mieten steigen und Zuschüsse reduziert werden – für uns also quasi ein doppeltes Minus. Und: Als Großsportverein sind wir überdurchschnittlich betroffen.

Beides sind Investitionen. Ausgaben, die wir mit unternehmerischer Weitsicht tätigen und von denen wir mittel- bis langfristig profitieren werden. Und nicht nur wir: Padel-Plätze, die jede und jeder einfach so mal eben für ein Stündchen am Feierabend mieten kann – das ist auch ein Beitrag zur Lebensqualität in der Stadt.

Natürlich sind alle zum Sparen gezwungen: staatliche und öffentliche Stellen, Unternehmen, andere Vereine – und vermutlich auch Du. Und wir wollen auch keine Extra-Wurst. Es ist aber so, dass und aktuell diskutierte Veränderungen in Schorndorf mehrfach treffen – und aufgrund unserer Größe besonders stark. Wir möchten zeigen, wie viel relevanter die SG Schorndorf – und Sportvereine generell – für die Gesellschaft sind, als oft angenommen wird.

Zum einen soll ein Sonderzuschuss in Höhe von 28.000 Euro jährlich gestrichen werden. Dieser Zuschuss ist nicht einfach eine Förderung, weil wir groß sind, sondern steht im Zusammenhang mit den vielen Aufgaben, die wir über den klassischen Vereinssport hinaus übernehmen: Kinder- und Jugendangebote, Ganztags- und Ferienbetreuung, Gesundheitsförderung, Inklusion, Integration und vieles mehr.

Wir übernehmen also Aufgaben, die zur kommunalen Daseinsvorsorge gehören. Oder vereinfacht gesagt: Da wir uns darum kümmern, muss die Stadt es nicht selbst tun.

Wir können diese Aufgaben aufgrund unserer Strukturen auch tatsächlich sinnvoll erbringen – umso mehr sind aber Mittel, die in diese Strukturen fließen, nicht irgendwelche Ausgaben, sondern weitsichtige und nachhaltige Investitionen im Sinne der Stadtgesellschaft.

Statt des bisherigen Sonderzuschusses sollen wir künftig, wie alle Vereine mit mehr als 500 Mitgliedern, nur noch 1.500 Euro erhalten – das macht ein Minus von 26.500 Euro pro Jahr!

Der zweite Punkt ist: Steigende Gebühren für die Nutzung von städtischen Hallen und Sportplätzen zu Trainings- und Wettkampfzwecken oder für Veranstaltungen treffen uns überproportional. Als Großsportverein mit 20 Abteilungen, sehr vielen Kinder- und Jugendangeboten und zahlreichen Sportarten nutzen wir besonders viele dieser Hallen und Plätze besonders oft. Eine vermeintlich kleine Erhöhung um 1 Euro pro Übungszeiteinheit führt bei uns Mehrkosten von ca. 38.000 Euro pro Jahr!

Noch dazu sollen die Zuschüsse für Inklusion (1.500 Euro) und für den Altstadtlauf (3.450 Euro) wegfallen. Alles zusammengerechnet müssen wir also mit einer Lücke von fast 70.000 Euro pro Jahr klarkommen! Das ist schon happig.

Und wir sagen nicht: „Nur wir haben ein Problem.“ Wir wollen aber sichtbar machen, dass ein und dieselbe Maßnahme auf unterschiedliche Vereine unterschiedliche Auswirkungen haben kann. Und bei uns kommen aktuell mehrere negative Effekte zusammen – während wir zugleich überdurchschnittlich viele Leistungen für die gesamte Stadtgesellschaft erbringen. Das finden wir nicht fair und angemessen.

Viele tolle Menschen und ein großartiges Angebot. Einiges davon kennen die allermeisten in Schorndorf – immerhin hat mindestens jeder sechste Mensch in der Stadt irgendwie mit uns tun. Was aber wohl die wenigsten auf dem Schirm haben, ist, wie viele Aufgaben wir erfüllen – von denen die gesamte Gesellschaft profitiert.

Wir sind nicht einfach ein Sportverein. Unsere Angebote und Leistungen umfassen auch: Gesundheitsförderung, Prävention, Inklusion, Ganztags- und Ferienbetreuung, Spitzen- bzw. Leistungssport auf Top-Niveau usw. Wir leisten einen relevanten Beitrag für mehr Lebensqualität in der Stadt. Für Begegnung und gegen Einsamkeit. Für Aktivität und Anschluss in jeder Lebensphase. Für Integration, für Nachhaltigkeit – für so ziemlich alles, was eine Gesellschaft stärkt und zusammenhält.

Zur Einnahmen-Seite: Etwa ein Viertel unserer Gelder kommt aus Mitgliedschaften im Sportvereinszentrum und im Fitnessbereich. Es folgen klassische Mitglieds- und Abteilungsbeiträge. Zuschüsse und Fördermittel liegen auf Platz drei mit 12,5 Prozent (Durchschnittswerte aus drei Jahresabschlüssen). Dann gibt es noch Mittel aus Sponsoring, Spenden, anderen Gebühren und sonstige Einnahmen.

Insgesamt gilt also: Wir erwirtschaften rund 87,5 Prozent selbst aus anderen Quellen. Aber dennoch sind Zuschüsse und Fördermittel als drittgrößte Säule für unsere finanzielle Stabilität sehr wichtig.

Auf der Ausgaben-Seite ist der mit Abstand größte Posten (rund 42 %) Personal, Trainer und Ehrenamt, also Löhne, Gehälter, Sozialabgaben, Ehrenamtspauschalen usw. Auf Sportstätten, Gebäude sowie Energie und Reinigung, also Miete, Pacht, Strom, Wasser, Versicherungen usw. entfallen rund 22 %. Für Sportbetrieb und Veranstaltungen, samt Kleidung, Reisen, Geräte, Fort- und Weiterbildungen etc. benötigen wir ca. 15,4 % unserer Mittel.

Wir haben die wichtigsten Zahlen hier auch transparent und übersichtlich aufbereitet.

Wir wollen keine Extrawurst. Wir wissen, dass alle sparen und verzichten müssen. Und wir stellen uns Kürzungen nicht grundsätzlich entgegen. Uns ist jedoch wichtig, differenziert darauf zu schauen: Wo wird gekürzt und mit welchen Folgen?

Inwiefern wir da stärker betroffen sind als andere, haben wir hier genauer erklärt.

Die Kurzform: Weniger Fördermittel und gleichzeitig steigende Hallen- und Nutzungsgebühren – das sorgt besonders bei uns als Großverein für einen doppelt negativen Effekt.

Und dieser trifft nicht abstrakt „den Verein“. Wir müssen die entstehende Lücke irgendwie schließen. Und so sehr wir unserem sozialen Auftrag gerecht werden wollen: Irgendwann kommen diese Mehrkosten in Form von höheren Beiträgen und Gebühren bei den Kindern und Erwachsenen an, die unsere Angebote nutzen.

Das möchten wir vermeiden. Wir möchten weiterhin eine größtmögliche Zugänglichkeit. Anders gesagt: Je mehr wir über Zuschüsse und ähnliche Mittel finanzieren, desto weniger entscheidend ist der Geldbeutel (der Eltern) für die Frage, ob unsere Angebote genutzt werden können.

Mit sozialer Infrastruktur sind Angebote, Strukturen und Begegnungsorte gemeint, die das Zusammenleben vor Ort für Menschen in allen Lebensphasen wertvoller machen.

Oder konkret unser breites Angebot. Dieses reicht vom Kita-Sport über Ganztagsangebote und Ferienbetreuung bis zum Reha-Sport. Wir leisten Beiträge zu Bildung, Teilhabe, Inklusion, Integration, Gesundheitsförderung und Prävention. Bei uns gibt’s Spitzensport und vor allem Breitensport – für Kinder und Jugendliche, Erwachsene jeden Alters. Wir eröffnen Räume und Möglichkeiten für Begegnung und Gemeinschaft.

Unser Anspruch ist, für möglichst alle da zu sein. Und deshalb verstehen wir uns auch nicht nur als Sportanbieter, sondern als Teil der sozialen Infrastruktur.

Das können wir noch nicht abschließend sagen. Was feststeht, sind zwei Dinge: Erstens sind Mitgliedsbeiträge eine der tragenden Säulen unserer Finanzierung. Und zweitens: Je stärker die Vereinsförderung gekürzt wird, während zugleich Hallen- bzw. Nutzungsgebühren erhöht werden, desto mehr müssen wir den doppelt negativen Effekt auf anderen Wegen abfedern.

Dazu kommt noch, dass wir auch von allgemeinen Effekten betroffen sind: Inflation, steigende Energie- und Personalkosten usw. Kurzum: Wir stehen finanziell gehörig unter Druck. Und je größer dieser Druck wird, desto schwieriger wird es, Beitragserhöhungen zu vermeiden.

Denn dies ist unser ausdrückliches Ziel: Sport und Teilhabe für unsere Mitglieder und Familien so verlässlich und bezahlbar wie möglich zu halten.

Und eine kleine Entwarnung können wir auch bereits geben, denn hier kommt uns unsere Größe zugute: Da wir so viele Mitglieder haben, können auch kleinere Erhöhungen in Summe einiges bewirken.

Das können wir noch nicht abschließend sagen. Wie beim Punkt Mitgliedsbeiträge ist auch hier der Zusammenhang klar: Wenn Zuschüsse gekürzt und gleichzeitig Hallen- bzw. Nutzungsgebühren erhöht werden, müssen wir prüfen, wie wir diese Mehrkosten auffangen können. Dabei werden wir auch Kursgebühren, Platzmieten und andere Entgelte betrachten müssen.

Unser Ziel ist aber auch hier: Wir wollen Angebote verlässlich, attraktiv und bezahlbar halten. Doch je größer die zusätzlichen Belastungen werden, desto schwieriger wird es, Anpassungen zu vermeiden.

Ganz einfach: Rede darüber, was Vereine für unsere Gesellschaft leisten. Teile die Kampagne, sprich mit anderen darüber und hilf mit, sichtbar zu machen, wie viel Arbeit, Verantwortung und gesellschaftlicher Mehrwert hinter einem Verein wie der SG steckt. Je mehr Menschen diesen Wert sehen und verstehen, desto stärker wird die Stimme des Sports und des Ehrenamts.

Wer uns konkret unterstützen möchte, hat viele Möglichkeiten: Mitglied werden – gerne auch einfach aus Verbundenheit –, für die SG oder gezielt für Kinder- und Sozialprojekte spenden, Unternehmen auf unsere Sponsoringmöglichkeiten aufmerksam machen oder selbst Partner der SG werden.

Wir bieten individuelle Sponsoring-Optionen und Möglichkeiten, gezielt Projekte zu unterstützen. Hierbei ist uns wichtig, echte Partnerschaften zu entwickeln. Wir bitten nicht einfach um Geld, wir bieten attraktive Gegenleistungen und Sichtbarkeit.

Eine Partnerschaft mit der SG steht einem Unternehmen auch einfach gut zu Gesicht, denn es unterstützt auf diesem Weg nicht nur einen Sportverein, sondern Kinder, Familien, Gesundheit, Gemeinschaft – ein Stück Lebensqualität.

Natürlich freuen wir uns auch, wenn Unternehmen ihre Wertschätzung durch eine Spende ausdrücken – an den Gesamtverein oder gezielt an Kinder-, Inklusions- oder andere Projekte.

Am besten ist, wir sprechen miteinander – einfach melden bei Nadine Wahl: nadine.wahl@sg-schorndorf.de.

Es gibt viele Berührungspunkte und unterschiedliche Formen einer möglichen Zusammenarbeit. Zum Beispiel in den Bereichen Kinder und Jugend, Bildung, Inklusion, Integration, Gesundheit, Prävention oder Veranstaltungen. Wir sind da nicht festgelegt und offen für Kooperationen aller Art.

Einfach melden bei Benjamin Wahl: benjamin.wahl@sg-schorndorf.de.

Sehr gerne. Wir haben die Kampagne zunächst lokal gestartet, aber wir wissen, dass viele der Themen, die wir hier sichtbar machen wollen, so oder ähnlich auch andere Großsportvereine betreffen. Je mehr Vereine diese Dinge ansprechen, umso besser ihre gesellschaftliche Bedeutung wahrgenommen.

Wer sich dazu austauschen möchte, kann ganz unkompliziert auf uns zukommen. Sprecht uns einfach an: benjamin.wahl@sg-schorndorf.de.

Mit Nadine Wahl, Leitung Geschäftsstelle und Kommunikation der SG Schorndorf. Sie vermittelt bei Bedarf auch Gesprächs- und Interviewpartner: nadine.wahl@sg-schorndorf.de

Die Frage wird uns immer wieder gestellt und das ist tatsächlich auch ein Anstoß für diese Kampagne gewesen. Wenn selbst unser Geschäftsführer regelmäßig gefragt wird, ob er das eigentlich hauptberuflich macht, wird deutlich: Es ist vielen nicht klar, wie viel Struktur und Organisation hinter einem so großen Sportverein steckt.

Ein paar Zahlen verdeutlichen die Dimension: Die SG vereint 20 Abteilungen unter einem Dach und betreut rund 4.800 Mitglieder sowie mehrere hundert Ehrenamtliche. Gleichzeitig trägt der Verein Verantwortung für eine umfangreiche Infrastruktur. Dazu gehören drei eigene Gebäude – das Ulrich Schatz Sportzentrum, das Außensportgebäude im Sportpark Rems und das Tennisheim – sowie vier Sportstätten: die AOK Arena, die Padel-Courts, die Beachvolleyballplätze und die Tennisplätze. Darüber hinaus mietet und betreibt die SG zwei weitere Standorte für Bewegungs- und Gesundheitsangebote: Räumlichkeiten im Jupiter-Areal sowie im Kübler-Areal.

Kurzum, die SG hat einen erheblichen Aufwand in den Bereichen Verwaltung, Finanzen, Personal, Kommunikation, Fördermittel, Kooperationen, Sportangebote, Projekte und in der Koordination aller Abläufe.

So groß der Einsatz unserer Ehrenamtlicher auch ist – ausschließlich nebenbei geht das nicht. Es braucht qualifizierte hauptamtliche Mitarbeitende, die den Verein professionell steuern, organisieren und weiterentwickeln.

Wichtig: Hauptamt ersetzt Ehrenamt nicht! Hauptamt unterstützt und ermöglicht Ehrenamt. Es schafft Strukturen und sorgt dafür, dass sich die Ehrenamtlichen auf ihre eigentliche Arbeit in den Abteilungen und Angeboten konzentrieren können.

Gleichzeitig entstehen durch das Hauptamt zusätzliche Angebote und Projekte, die ein rein ehrenamtlich organisierter Verein dauerhaft nicht stemmen könnte.

Enorm viel. Nach unserer eigenen Erhebung engagieren sich bei der SG rund 433 Menschen ehrenamtlich – im Gesamtvorstand, in den Abteilungen, als Funktionsträger, Helferinnen und Helfer sowie insbesondere als Trainerinnen, Trainer und Übungsleitende.

Zusammen erbringen diese tollen Menschen rund 107.500 Stunden ehrenamtliche Arbeit pro Jahr! Um das besser greifbar zu machen, haben wir berechnet, welchen finanziellen Wert diese Arbeit hätte, wenn wir sie bezahlen müssten. Legt man nur den Mindestlohn (inkl. Arbeitgeberleistungen) zugrunde, ergibt sich eine rechnerische Wertschöpfung von rund 1,8 Millionen Euro pro Jahr.

Dabei geht es uns ausdrücklich nicht darum, Ehrenamt mit einem Preisschild zu versehen. Engagement, Gemeinschaft und persönliche Verantwortung lassen sich nicht wirklich in Euro ausdrücken. Die Berechnung unterstreicht aber, welche enorme gesellschaftliche Leistung freiwillig erbracht wird – und was es kosten würde, wenn diese Arbeit bezahlt werden müsste.

Eine genaue Aufschlüsselung unserer Berechnung zeigen wir in dieser Übersicht.

Aktuell beschäftigt die SG 50 hauptamtlich Mitarbeitende, das entspricht rund 20 Vollzeitäquivalenten. 46 von ihnen sind selbst in der Sportpraxis tätig – manche ausschließlich als Trainer, Übungsleiter oder Kursleitung, andere in einer Mischfunktion aus Praxis- und Bürotätigkeit.

Zum Vergleich: Daneben engagieren sich rund 433 Menschen ehrenamtlich bei der SG, mit zusammen etwa 107.500 Stunden pro Jahr. Hauptamt und Ehrenamt ergänzen sich – das eine ersetzt das andere nicht, kann es auch nicht ersetzen.

Vor allem, weil sich Ehrenamt verändert hat. Menschen engagieren sich nach wie vor gerne und bringen unglaublich viel Zeit und Energie ein. Gleichzeitig sind viele ehrenamtliche Funktionen anspruchsvoller geworden. Wer beispielsweise Verantwortung in einer Abteilung übernimmt, organisiert längst nicht mehr nur Trainingszeiten und Mannschaften.

Hinzu kommen Themen wie Finanzen, Datenschutz, Kinderschutz, Veranstaltungen, Personal, Versicherungen, Fördermittel, Kommunikation und Rechtliches. Gerade Leitungsfunktionen bedeuten deshalb häufig deutlich mehr Verantwortung und Zeitaufwand als früher.

Gleichzeitig verändern sich Lebens- und Arbeitswelten. Beruf, Familie und persönliche Verpflichtungen lassen vielen Menschen weniger Zeit, sich dauerhaft in einer Funktion zu binden.

Darum müssen wir Ehrenamt neu denken. Wir brauchen gute Strukturen und mehr Möglichkeiten, sich auch projektbezogen oder mit überschaubarem Zeitaufwand einzubringen.

Hier spielt das Hauptamt eine entscheidende Rolle: Es ersetzt das Ehrenamt nicht – es macht Ehrenamt (leichter) möglich.

Wenn wir wollen, dass Menschen auch künftig freiwillig Verantwortung übernehmen, müssen wir dafür sorgen, dass Engagement Freude macht und nicht an Bürokratie oder Überforderung scheitert.

Nein. Die Kampagne adressiert die gesamte Gesellschaft. Sie richtet sich nicht an – und schon gar nicht gegen – bestimmte Personen oder Institutionen. Als Sportverein ist die SG ein gesellschaftspolitischer Akteur und wenn wir über die Gestaltung von Fördermitteln, Hallen- und Nutzungsgebühren sprechen, sprechen wir naturgemäß über politische Themen. Aber was wichtig ist: Von Parteipolitik ist das alles völlig unberührt.

Aus unserer Sicht gehört es dazu, dass wir darauf aufmerksam machen, wie politische Entscheidungen uns betreffen. Wir wissen aber auch, dass Kommunen unter finanziellem Druck stehen und schwierige Entscheidungen treffen müssen. Und wir sind jederzeit gerne bereit zum Gespräch mit allen Beteiligten und Interessierten.

Weil wir Aufmerksamkeit schaffen wollen. Und weil uns die Botschaft schon echt wichtig ist.

Vieles, was Sportvereine tagtäglich leisten, wird von Politik und Gesellschaft wie selbstverständlich hingenommen. Training findet statt, Kinder werden betreut, Integration wird gelebt, Veranstaltungen werden organisiert, Gesundheits- und Inklusionsangebote entstehen – aber häufig wird kaum sichtbar, wie viel Arbeit, Organisation und Verantwortung eigentlich dahintersteckt.

Um darauf ein Schlaglicht zu werfen, kann man schon mal ein kleines kommunikatives Ausrufezeichen setzen. Nicht zum Selbstzweck, sondern um beim Betrachten ein Fragezeichen entstehen zu lassen. Die Menschen sollen kurz innehalten, genauer hinschauen und sich fragen: Was leisten unsere Vereine eigentlich – und was ist uns als Gesellschaft diese Arbeit wert?

Und im Übrigen folgt auf den provokanten Aufschlag ja direkt die Auflösung – und es folgt jede Menge Inhalt.

Die Idee für diese Kampagne ist nicht über Nacht entstanden. Wir beschäftigen uns seit längerer Zeit mit der Frage, wie wir die gesellschaftliche Leistung eines modernen Großsportvereins besser sichtbar machen können.

Aktuelle Entwicklungen machen das Thema allerdings noch dringlicher: steigende Personal-, Energie- und Sachkosten, Veränderungen bei Förderungen und Nutzungsgebühren, zunehmende Anforderungen und gleichzeitig schwieriger werdende finanzielle Rahmenbedingungen.

Wir möchten nicht erst darüber sprechen, wenn Angebote bereits eingeschränkt, Personal reduziert oder Strukturen abgebaut werden müssen.

Jetzt ist aus unserer Sicht der richtige Zeitpunkt, um zu zeigen, was vorhanden ist, was dahintersteckt und warum es sich lohnt, diese Strukturen zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Wir wollen vor allem eines: sichtbar machen, welchen Wert ein Sportverein wie die SG für die Gesellschaft hat. Viele Menschen denken bei Vereinen nur an ein (preisgünstiges) Angebot von Sport im Training und im Wettkampf. Sie sind und leisten aber sehr viel mehr.

Darüber möchten wir informieren. Und wir möchten Verständnis für unsere Situation. Wir leisten immer mehr, übernehmen mehr und mehr Verantwortung – und zugleich werden die Herausforderungen für uns immer größer, nicht nur die finanziellen.

Darum wollen wir auch nicht einfach meckern. Sondern Gespräche anstoßen und dafür werben, Vereinsarbeit wieder stärker als gesellschaftliche Aufgabe zu verstehen.

Und natürlich freuen wir uns, wenn daraus auch konkrete Unterstützung entsteht – durch mehr Aufmerksamkeit, Austausch, Mitgliedschaften, Spenden, Sponsoring, Kooperationen oder bessere Rahmenbedingungen.

In einem Satz: Dass es immer unmöglicher wird, unserem sozialen Anspruch und den wachsenden Anforderungen an uns gerecht zu werden – während die finanziellen und strukturellen Rahmenbedingungen schlechter werden.

In ein paar mehr Sätzen: Wir wollen als Verein für möglichst viele Menschen da sein. Für Kinder und Familien, für Menschen mit und ohne Behinderung, für Gesundheits- und Reha-Sportler, für Breiten- und Leistungssportlerinnen, für Jung und Alt. Unsere Angebote sollen zugänglich, verlässlich und möglichst bezahlbar sein.

Gleichzeitig ist die SG heute eine hochkomplexe Organisation. Rund 50 Hauptamtliche und mehrere hundert Ehrenamtliche sind für uns tätig, wir betreiben eigene Infrastruktur, mieten Sportstätten, organisieren Breiten- und Spitzensport in mehr als 20 Abteilungen, verwalten Finanzen und Personal, erfüllen gesetzliche Anforderungen und entwickeln ständig neue Angebote. Bei all dem wird von uns zu Recht ein professionelles Niveau erwartet. Kurzum: Die Ansprüche wachsen – und unsere Aufgaben und gesellschaftlichen Funktionen ebenfalls.

Und noch dazu kommt, dass wir immer stärker wirtschaftlich denken und arbeiten müssen, schrumpfende Zuschüsse und steigende Kosten abfangen müssen. Personal, Energie, Sportstätten, Verwaltung – alles wird teurer, während Fördermittel und andere Einnahmequellen nicht mitwachsen, sondern sogar kleiner werden.

Wir wollen sozial, offen und nahbar bleiben und müssen doch immer professioneller und unternehmerischer handeln. Diese Schere geht weiter auseinander – und darauf möchten wir mit der Kampagne aufmerksam machen.

Die SG hat mehr als eine Million Euro Personalkosten pro Jahr. Das klingt zunächst mal nach sehr viel Geld – umgelegt auf rechnerisch 20 Vollzeitstellen und unzählig viele Übungsleiter relativiert es sich aber. Und vor allem: Hinter der Zahl stehen die Menschen, die unsere Angebote organisieren und durchführen, die Kinder betreuen, Kurse leiten, Projekte entwickeln, Ehrenamt unterstützen, Verwaltung und Finanzen organisieren und den Verein weiterentwickeln. Gutes Personal sichert Qualität und ermöglicht Angebote. Schon deshalb muss es uns etwas wert sein.

Zumal wir im Wettbewerb um qualifizierte Fachkräfte stehen – nicht nur mit anderen Vereinen, sondern auch mit Kommunen, Schulen, Kliniken und Unternehmen. Wir können oft nicht so gut zahlen wie in vergleichbaren öffentlichen Tarifen vorgesehen. Darum sind wir den Menschen, die für uns tätig sind, sehr dankbar.

Weil Stillstand die finanzielle Situation langfristig nicht verbessert. Natürlich müssen wir prüfen, welche Investitionen sinnvoll sind. Aber wir können nicht nur sparen. Als großer Sportverein müssen wir Angebote weiterentwickeln, neue Zielgruppen erreichen und zusätzliche Einnahmen generieren.

Darum investieren wir beispielsweise in Padel, ins neue Kurszentrum Puls und in die Weiterentwicklung unseres Sportvereinszentrums. Solche Projekte kosten zunächst Geld – erhöhen aber unsere Attraktivität, helfen uns dabei, neue Nutzerinnen und Nutzer zu erreichen und zusätzliche Eigeneinnahmen zu erzielen. Kurzum: Es handelt sich um Investitionen.

Wenn sich unsere finanzielle Situation dauerhaft weiter verschlechtert, müssen wir irgendwann Personal reduzieren, Angebote einschränken oder Projekte aufgeben. Das könnte zum Beispiel einzelne Kinder- und Ferienangebote betreffen.

Und daran zeigt sich die Krux: Es würde nicht nur irgendein Vereinsangebot wegfallen. Es würde eine Leistung nicht länger erbracht werden, die einen gesellschaftlichen Zweck erfüllt. Und der Bedarf an dieser Leistung wäre weiterhin vorhanden! Familien müssten andere Lösungen finden, andere Träger – möglicherweise die öffentliche Hand – müssten einspringen.

Das zeigt: Stabile Vereinsstrukturen sind kein Selbstzweck. Sie sichern Angebote, Teilhabe und soziale Infrastruktur vor Ort.

Persönlicher Einsatz, Verantwortung, Gemeinschaft und die Zeit, die Menschen freiwillig für andere investieren, lassen sich eigentlich nicht in Euro ausdrücken.

Aber um begreifbar zu machen, wie viel unsere Ehrenamtlichen leisten, ist die Rechnung ein gutes Mittel. Zu sagen, dass sich bei der SG viele Menschen engagieren, ist das eine. Zu zeigen, dass 433 Ehrenamtliche zusammen rund 107.500 Stunden Arbeit pro Jahr leisten, macht die Größenordnung schon konkreter. Und dass diese Leistung mit 1,8 Millionen Euro pro Jahr beziffert werden kann, wenn man nur den Mindestlohn ansetzt, zeigt noch klarer wie gigantisch die Leistung ist. Hier findest du die Rechnung übersichtlich aufbereitet.

So können alle sehen, was es kosten würde, wenn all diese Arbeit nicht mehr ehrenamtlich geleistet würde. Diese Zahlen zeigen: Ehrenamt ist nicht kostenlos, weil es keinen Wert hat – sondern weil Menschen diesen Wert freiwillig für die Gemeinschaft schaffen.

Mitgliedsbeiträge sind bereits die wichtigste Säule unserer Finanzierung. Und natürlich können Beitragsanpassungen ein Weg sein, zusätzliche Kosten aufzufangen. Aber wir haben als Verein ja auch einen gesellschaftlichen Auftrag – und das Ziel Sport, Bewegung und Teilhabe für möglichst viele Menschen zugänglich und bezahlbar zu halten.

Um dem gerecht zu werden, können und wollen wir nicht nach Bedarf und Belieben „einfach so“ Beiträge erhöhen. Wir fühlen uns verpflichtet, auch alle anderen Optionen zu prüfen und alle Auswirkungen sorgfältig zu betrachten.

Uns ist wichtig, dass Sport und Teilhabe bei der SG nicht am Geldbeutel scheitern. Wer Anspruch auf Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Rems-Murr-Kreises hat, kann diese bei uns einlösen. Bei Bedarf finden wir auch individuelle Lösungen. Sprich uns einfach direkt und vertraulich an – über die Geschäftsstelle oder deine Abteilungsleitung.

Da muss man erst mal eine wichtige Unterscheidung treffen: Günstig für die Mitglieder heißt nicht automatisch, dass der Verein wenig kostet – die Kosten fallen trotzdem an, sie werden nur anderweitig aufgefangen. Sportstätten, Hallenmieten, Energie, Versicherungen, hauptamtliches Personal, Ausrüstung: All das kostet Geld, unabhängig davon, was ein einzelnes Mitglied zahlt.

Hinzu kommt: Die Anforderungen wachsen ständig. Ob Datenschutz, Prävention gegen sexualisierte Gewalt, Gebäudemanagement, Sportstättenpflege, Sponsoring, Personalgewinnung oder digitale Verwaltung – überall braucht es heute Fachwissen, das früher in dieser Form niemand von einem Verein erwartet hat.

Auch die Ansprüche an die Qualität von Betreuung und Angeboten steigen. Dem wollen wir gerne gerecht werden – das ist unser Anspruch. Bleiben die Beiträge künstlich niedrig, während Zuschüsse sinken und Gebühren steigen, wird dieser Qualitätsanspruch aber immer weniger zu halten.

Zusammengefasst: Unser Ziel ist nicht nur möglichst billig zu sein, sondern professionell und verlässlich bei möglichst geringen Kosten für das einzelne Mitglied. Genau dafür brauchen wir stabile finanzielle Rahmenbedingungen.

Die kommunalen Gelder finanzieren unmittelbar nur einen kleinen Teil dessen, was die SG leistet, das stimmt. Aber wir betrachten das so: Aus jedem öffentlichen Euro entsteht ein Vielfaches an Gegenwert.

Die Gelder helfen uns, weitere Mittel selbst zu erwirtschaften und zu mobilisieren – und in Leistungen für die Gemeinschaft zu überführen. Für uns ist die städtische Förderung also ein Hebel. Sie unterstützt eine Struktur, die daraus wesentlich mehr macht: Kinderbetreuung, Ganztag, Gesundheit, Reha, Inklusion, Integration, Sport, Gemeinschaft und vieles mehr.

Die entscheidende Frage ist also nicht, wie viel Geld wir bekommen – sondern wie viel gesellschaftlicher Mehrwert daraus entsteht.

Und bei uns wird jeder Euro kommunaler Förderung durch Eigenmittel, Sponsoring, Mitgliedsbeiträge und ehrenamtliches Engagement weiter verstärkt – und schafft damit zusätzlichen gesellschaftlichen Mehrwert.

Wichtig ist in dem Zusammenhang auch: Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, bleiben mögliche Überschüsse im Verein und kommen unmittelbar dem satzungsgemäßen Zweck zugute.

Ja, Sponsoring ist ein wichtiger Baustein – und darauf sind wir auch stolz. Im Durchschnitt der Jahre 2022 bis 2024 macht Sponsoring aber nur rund 8,6 Prozent unserer Gesamtfinanzierung aus. Es ist also eine relevante Säule, trägt den Verein aber bei Weitem nicht.

Außerdem ist Sponsoring vor allem da sinnvoll, wo es projektbezogen eingesetzt wird bzw. gezielt für Projekte oder im Spitzensport. Bei uns sind das z. B. Bundesliga-Badminton, Spitzenathletinnen wie Nina Ndubuisi und besondere Kinder- oder Sozialprojekte. Sponsoring soll nicht dauerhaft Löcher in der Grundfinanzierung stopfen, sondern ermöglichen, dass aus einem stabilen Verein heraus noch mehr entstehen kann.

Hinzu kommt: Sponsoring ist kein geschenktes Geld. Dahinter stehen Verträge und Gegenleistungen. Es bedeutet für uns also auch Arbeit – und unternehmerisches Risiko. Und gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten können Sponsorings auch reduziert werden oder wegfallen. Darum kann Sponsoring keine verlässliche Grundfinanzierung ersetzen.

Die SG Schorndorf ist ein gemeinnütziger Verein. Das bedeutet: Überschüsse werden nicht an Eigentümer, Gesellschafter oder sonst wen ausgeschüttet. Wenn wir wirtschaftlich erfolgreich arbeiten und Geld erwirtschaften, bleibt dieses Geld im Verein und wird wieder für unsere gemeinnützigen Aufgaben eingesetzt – zum Beispiel für Sportangebote, Kinder- und Jugendprojekte, notwendige Investitionen oder die finanzielle Absicherung des Vereins.

Gerade bei einer Organisation unserer Größe sind Überschüsse sogar wichtig. Wir müssen Rücklagen bilden, Investitionen finanzieren, Darlehen bedienen und auf unvorhergesehene Ereignisse reagieren können. Ein Wasserschaden und stark steigende Energiekosten sind Beispiele, mit denen wir schon zu kämpfen hatten und die uns gezeigt haben, wie wichtig finanzielle Stabilität ist.

Ein wirtschaftlich gesunder gemeinnütziger Verein arbeitet also nicht für Gewinne einzelner Menschen, sondern dafür, seine Aufgaben langfristig erfüllen zu können.

Weil Gemeinnützigkeit nicht bedeutet, dass ein Verein finanziell von der Hand in den Mund leben sollte. Im Gegenteil: Wer dauerhaft Verantwortung für Mitarbeitende, Mitglieder, Sportstätten und Angebote trägt, muss auch auf unvorhersehbare Situationen vorbereitet sein.

Ein Wasserschaden, Hochwasser, technische Defekte, größere Reparaturen oder stark steigende Energie- und Versicherungskosten können innerhalb kürzester Zeit erhebliche Belastungen verursachen – das haben wir selbst schon erfahren müssen.

Rücklagen sind kein Zeichen dafür, dass „zu viel Geld da ist“, sondern Ausdruck einer verantwortungsvollen Finanzplanung. Da wir ein gemeinnütziger Verein sind, werden solche Mittel außerdem nicht an Eigentümer oder Gesellschafter ausgeschüttet. Sie bleiben im Verein und dienen dazu, unsere Aufgaben langfristig abzusichern.

Das ist eine haushaltsrechtliche und politische Einordnung. Viele kommunale Leistungen im Sport werden zu den sogenannten freiwilligen Leistungen zugeordnet. Zugespitzt formuliert bedeutet das sowas wie: Sie sind „nice to have“, aber nicht notwendig.

Formal steht das so fest, aber wir finden es fair und wichtig, das nicht nur formal zu betrachten, sondern auf die tatsächlichen Wirkungen zu schauen. Die entscheidende ist Frage doch: Welche Leistung entsteht für die Menschen vor Ort – und was würde fehlen, wenn diese Strukturen nicht mehr vorhanden wären?

Ein Angebot wie unser Projekt Hampelmann ist z. B. formal ein Projekt eines Sportvereins. Praktisch erreichen wir damit Kinder direkt in ihren Kitas, fördern Bewegung, unterstützen die Betreuungseinrichtungen und schaffen frühzeitig Zugänge zu Sport und Gemeinschaft.

Das zeigt doch: Sportförderung ist nicht „nice to have“, sie ist eine Investition in Strukturen, in Gesundheit, Bildung, Bewegung, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Grundsätzlich können auch wir Mitgliedsbeiträge, Kursgebühren oder andere Entgelte anpassen. Aber für einen gemeinnützigen Sportverein ist die Entscheidung nicht einfach eine klassische Preiskalkulation.

Unser Anspruch ist nicht nur, kostendeckend zu arbeiten. Wir wollen auch möglichst vielen Menschen Zugang zu Sport, Bewegung und Gemeinschaft ermöglichen. Darum können und wollen wir steigende Kosten nicht „einfach so“ an unsere Mitglieder und Teilnehmenden weitergeben. Wenn Sport für Menschen aus finanziellen Gründen nicht mehr erreichbar ist, widerspricht das unserem sozialen Anspruch.

Da entsteht genau der Spagat, den wir mit dieser Kampagne beschreiben: Wir müssen wirtschaftlich kalkulieren und gleichzeitig sozial bleiben.

Weil wir Lebensqualität schaffen – und Menschen auch anhand dieser sogenannten weichen Faktoren entscheiden, wo sie leben und arbeiten möchten. Gibt es die richtigen Betreuungsangebote für die Kinder? Gibt es ein breites Sportangebot – für Kinder und Eltern? Gibt es lebendige Vereine, in denen wir anderen begegnen können?

Genau hier leistet ein Großsportverein wie die SG einen besonders wichtigen Beitrag. Weil wir eben Kinder- und Jugendsport, Kita- und Ganztagsangebote, Ferienbetreuung, Gesundheits- und Rehasport, Inklusion und vieles mehr bieten.

Wir sind also nicht nur ein Sportverein, sondern soziale Infrastruktur. Ein attraktives Vereins- und Freizeitangebot macht eine Stadt übrigens nicht nur interessanter für Familien – sondern indirekt auch für Unternehmen, die Fachkräfte gewinnen und halten möchten.

Wer einen starken Verein unterstützt, investiert deshalb nicht nur in Sport, sondern auch in die Attraktivität des Standorts Schorndorf.

Mehr, als man auf den ersten Blick denkt. Denn viele Leistungen richten sich nicht ausschließlich an Mitglieder. Wir engagieren uns beispielsweise in Kitas und Schulen, in der Ferienbetreuung, bei Inklusion und Integration, in der Gesundheitsförderung und Rehabilitation und organisieren Veranstaltungen, die das gesellschaftliche Leben in Schorndorf mitprägen, zum Beispiel den BDS-Centro Altstadtlauf.

Hinzu kommt die Wirkung eines großen Vereins als Begegnungsort und Teil der sozialen Infrastruktur. Kinder finden Gemeinschaft, Familien Unterstützung, Menschen jeden Alters Möglichkeiten für Bewegung und Teilhabe. Deshalb profitieren von einem starken Sportverein nicht nur diejenigen, die einen Mitgliedsausweis besitzen. Ein starker Verein trägt dazu bei, dass eine Stadt lebenswerter wird – für alle.

Deutlich mehr als unsere Mitgliederzahl zunächst vermuten lässt. Rund 4.800 Menschen sind Mitglied der SG, darunter etwa 2.300 Kinder und Jugendliche.

Hinzu kommen viele Menschen, die unsere Angebote nutzen, ohne SG-Mitglied zu sein: rund 900 Erwachsene beispielsweise im Rehasport, in Fitnesskursen oder über Kooperationen sowie etwa 1.300 Kinder und Jugendliche in Ferienangeboten, Ganztag oder Schwimmkursen.

Damit erreichen und bewegen wir insgesamt rund 7.000 Menschen – vom Kleinkind bis ins hohe Alter. Das zeigt: Die Wirkung der SG reicht weit über ihre Mitglieder hinaus.

Sportförderung kostet Geld – aber das zahlt sich aus. Denn es werden nicht einfach nur Training und Wettkampf finanziert, es werden Strukturen unterstützt, von denen die gesamte Stadtgesellschaft profitiert. Durch sie werden Kinder betreut, Menschen gesundheitlich gefördert, Integration und Inklusion ermöglicht, Ehrenamt organisiert und Gemeinschaft geschaffen.

Es handelt sich um Investitionen in soziale Infrastruktur. Sie helfen, Familien zu unterstützen, gesellschaftliche Probleme zu verringern, Menschen gesünder zu machen, sie in Bewegung und Gemeinschaft zu bringen.

Jeder Euro, der in Sportvereine investiert wird, kommt mehrfach in die Gesellschaft zurück – in Form von Gesundheit, sozialem Zusammenhalt und gelebtem Engagement.

Sehr viel. Sport bringt Menschen zusammen, die sich sonst oft nicht begegnen. Herkunft, Alter, Beruf und persönlicher Hintergrund spielen im gemeinsamen Training oft eine viel kleinere Rolle als sonst.

Ein Verein schafft nicht nur Bewegung, sondern auch Begegnung, Zugehörigkeit und Gemeinschaft. Menschen finden Freunde. Kinder und Jugendliche erleben Verlässlichkeit und Zusammenhalt, lernen Rücksicht und Respekt. Zugezogene und Zugewanderte finden Anschluss. Ältere Menschen bleiben aktiv und sozial eingebunden. Menschen mit Behinderung finden hier Möglichkeiten zur selbstverständlichen Teilhabe.

Genau deshalb fallen bei uns immer wieder Sätze wie: „Hier gehöre ich dazu“, „Hier habe ich Freunde gefunden“ oder „Hier ist meine Herkunft Nebensache.“ Solche Wirkungen lassen sich nicht in Euro ausdrücken – sind aber unbezahlbar.

Das lässt sich nicht seriös in Euro ausdrücken. Klar ist aber: Die Aufgaben und Bedarfe würden nicht verschwinden, nur weil ein Verein sie nicht mehr abdeckt. Ein besonders klares Beispiel: Familien und öffentliche Einrichtungen brauchen dann andere Lösungen für Ferienbetreuung, Ganztagsangebote oder Kita-Sport.

Dazu kommen weniger direkte, aber ebenso ungute Auswirkungen: weniger Bewegung, mehr Isolation, weniger Ehrenamt, fehlende Unterstützung für Familien, schlechtere Gesundheit, ein Verlust an sozialem Zusammenhalt … Andere Träger oder die öffentliche Hand müssten einspringen – sonst muss die Gesellschaft mit diesen Verlusten leben.

Das zeigt: Vereinsförderung ist mehr als die Finanzierung von Sportstunden. Sie ist soziale Daseinsvorsorge. Wir dürfen nicht nur fragen: Was kostet die Unterstützung? Sondern auch: Was kostet es, wenn wir diese Strukturen schwächen?

Natürlich könnte eine Kommune viele der gesellschaftlichen Aufgaben, die wir erfüllen, grundsätzlich auch selbst organisieren oder andere Träger damit beauftragen. Dann müssten eben beispielsweise für Ganztags- und Ferienbetreuung, Bewegungsangebote für Kitas, Gesundheitsförderung, Inklusion oder andere Angebote Personal, Organisation, Räumlichkeiten und Strukturen anderweitig bereitgestellt und finanziert werden.

Und wir Sportvereine haben an dieser Stelle einen großen Vorteil: Bei uns bestehen viele dieser Strukturen bereits. Wir haben Zugang zu den Menschen, verfügen über den Zugang zu Sportstätten, Fachkräfte und ehrenamtlich engagierte Menschen.

Stichwort Subsidiarität: Eine Kommune muss eine Aufgabe selbst organisieren, wenn starke zivilgesellschaftliche Strukturen sie zuverlässig und wirkungsvoll übernehmen können.

Und wir wissen aus langjähriger Erfahrung: Gemeinsam können öffentliche Hand, Vereine und andere Organisationen gesellschaftliche Aufgaben oft besser bewältigen, als wenn jeder für sich arbeitet.

Wertschätzung beginnt mit Anerkennung – darf dort aber nicht aufhören. Natürlich freuen wir uns, wenn Ehrenamtliche, Trainerinnen, Trainer und Mitarbeitende für ihre Arbeit gelobt werden. Wirkliche Wertschätzung zeigt sich aber auch darin, ob die notwendigen Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit diese Arbeit dauerhaft möglich bleibt.

Wertschätzung bedeutet deshalb auch: verlässliche Förderung und Rahmenbedingungen, weniger unnötige Bürokratie, angemessene Bezahlung des Hauptamts und Anerkennung des enormen ehrenamtlichen Engagements.

Wer sagt, dass Vereinsarbeit gesellschaftlich wichtig ist, muss auch bereit sein, die dafür notwendigen Strukturen mitzudenken.

Im Kleinkind- und Kindergartenalter werden wichtige Grundlagen gelegt: Kinder entdecken ihren Körper, entwickeln motorische Fähigkeiten, lernen Regeln, erleben Gemeinschaft und sammeln Selbstvertrauen. Bewegung gehört einfach zu einer gesunden kindlichen Entwicklung. Wer Kinder früh für Bewegung begeistert, schafft zudem Grundlagen, von denen diese langfristig profitieren – körperlich, sozial und als Teil einer Gemeinschaft.

Mit unserem Kita-Projekt Hampelmann bringen wir Bewegung direkt dorthin, wo Kinder ohnehin einen großen Teil ihres Alltags verbringen: in die Kindertagesstätten. Dadurch erreichen wir auch Kinder, die noch keinen Zugang zu einem Sportverein haben und deren Familien dazu bisher auch keinen großen Bezug hatten. Ein gutes Beispiel für moderne Vereinsarbeit. Wir warten nicht darauf, dass Menschen zu uns kommen, wir bringen uns aktiv ein.

Weil Gemeinnützigkeit und wirtschaftliches Handeln kein Widerspruch sind. Ein Großsportverein wie die SG beschäftigt Mitarbeitende, trägt Verantwortung für Millionenbudgets und Darlehen, betreibt Immobilien und Sportanlagen, gewinnt Sponsoren, kalkuliert Angebote, organisiert Personal, investiert in neue Projekte und muss langfristig finanzielle Risiken einschätzen.

Wer diese Verantwortung trägt, muss unternehmerisch planen und handeln – unabhängig davon, dass unser Ziel nicht die Maximierung von Gewinnen ist. Unser unternehmerisches Denken dient unserem gemeinnützigen Auftrag. Und je wirtschaftlich stabiler die SG ist, desto besser können wir diesen erfüllen.

Dann wäre die SG ein anderer Verein – und Schorndorf würden Angebote fehlen, die vielen Menschen sehr lieb und wichtig geworden sind.

Wenn wir uns auf Training und Wettkampf unserer Abteilungen beschränken würden, gäbe es unserer Kita-, Ganztags- und Ferienangebote nicht. Inklusionsprojekte, Gesundheits- und Rehasportangebote würden fehlen. Und auch weitere Betreuungs- und Präventionsangebote könnte es in aktueller Form nicht mehr geben.

Das würde zwar unseren organisatorischen und finanziellen Aufwand reduzieren, aber es fielen eben genau die Leistungen weg, durch die wir heute weit über unsere eigene Mitgliedschaft hinaus wirken. Und gesellschaftlichen Bedarfe wären nach wie vor vorhanden. Genau dafür sind wir mehr als ein klassischer Sportverein. Und das sollten wir auch bleiben.

Weil Stillstand einen Verein nicht sicherer macht. Die Gesellschaft verändert sich, Sportarten und Freizeitverhalten verändern sich und auch die Bedürfnisse unserer Mitglieder und der Menschen in Schorndorf entwickeln sich weiter. Wenn wir darauf nicht reagieren, verlieren wir langfristig Attraktivität, Mitglieder, Fachkräfte und damit auch Bedeutung und Einnahmen.

Neue Angebote und Investitionen sind nicht einfach im Wunsch nach Wachstum begründet. Wir brauchen sie, um Strukturen abzusichern und auch, um neue Eigeneinnahmen zu schaffen. Darum entwickeln wir z. B. neue Sport- und Gesundheitsangebote, darum investieren wir in Padel-Courts, in neue Kursangebote und in unsere Infrastruktur.

Wir wollen nicht um jeden Preis wachsen. Wir wollen uns weiterentwickeln, auf Entwicklungen reagieren können und wirtschaftlich stabil bleiben.

Weil Nachhaltigkeit deutlich mehr bedeutet als nur Umweltschutz. Natürlich gehört auch die ökologische Verantwortung dazu: Energie effizient einsetzen, Gebäude sinnvoll betreiben, Ressourcen schonen und bei Investitionen langfristig denken. Gerade bei eigenen Sportanlagen hat das sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Bedeutung.

Ebenso wichtig sind für uns aber auch soziale und strukturelle Nachhaltigkeit.

Wir wollen Mitarbeitende langfristig halten, Ehrenamtliche nicht überfordern, Nachwuchs entwickeln, Menschen qualifizieren und Strukturen schaffen, die nicht nur heute, sondern auch in zehn oder zwanzig Jahren noch funktionieren.

Dazu gehört auch wirtschaftliche Nachhaltigkeit: vorausschauend planen, Rücklagen bilden, Risiken vernünftig abwägen und nicht nur von Jahr zu Jahr denken.

Ein nachhaltiger Verein fragt nicht nur: Was können wir heute anbieten? Sondern auch: Was müssen wir heute tun, damit diese Angebote und Strukturen morgen noch existieren?

Ja, selbstverständlich. Mitglieder, Ehrenamt, unsere Abteilungen, Zugänglichkeit und demokratische Vereinsstrukturen bleiben das Fundament der SG. Das Ehrenamt bleibt die Seele des Vereins.

Hauptamt verändert nicht den Vereinszweck. Es schafft und erhält die nötigen Strukturen. Es hilft, den Vereinszweck unter den heutigen Bedingungen überhaupt noch erfüllen zu können.

Ein gutes Beispiel ist unser Kita-Projekt Hampelmann. Ein solches Angebot entsteht nicht einfach dadurch, dass jemand einmal pro Woche mit Kindern Sport macht. Dazu gehören Kooperationen mit Kitas, Personalplanung, pädagogische Konzepte, Organisation, Kommunikation, Vertretungsregelungen, Abrechnung und Qualitätsentwicklung. Ähnliches gilt für Ganztag, Ferienbetreuung, Gesundheitsangebote, Inklusion und viele andere Bereiche.

Professionalisierung ist für uns keine Abkehr vom Vereinsgedanken, sondern dessen zeitgemäße Weiterentwicklung.

Weil sehr viele unterschiedliche Menschen, Aufgaben und Interessen zusammenkommen. Wir haben Mitglieder, Kinder und Familien, Abteilungen, Ehrenamtliche, Trainerinnen und Trainer, hauptamtliche Mitarbeitende. Wir arbeiten mit Stadt und Landkreis, Schulen, Kitas, Sportverbänden, Sponsoren, Krankenkassen, sozialen Organisationen, Behörden und vielen weiteren Partnern zusammen.

Vereinsführung heißt heute weit mehr, als Trainingszeiten und Wettkämpfe zu organisieren. Sie bedeutet, unterschiedliche Erwartungen zusammenzuführen, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte zu lösen, Partnerschaften zu entwickeln und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilität des gesamten Vereins im Blick zu behalten.

In vielerlei Hinsicht ist die Führung eines Großsportvereins deshalb mit der Leitung eines mittelständischen Unternehmens vergleichbar – nur mit der zusätzlichen Besonderheit, dass ein großer Teil der Menschen freiwillig und ehrenamtlich mitwirkt.

Weil gute Angebote allein nicht ausreichen – sie müssen auch zuverlässig organisiert, bekannt gemacht und weiterentwickelt werden.

Je größer ein Verein wird und je mehr Aufgaben er übernimmt, desto wichtiger werden funktionierende Prozesse. Mitgliederverwaltung, Datenschutz, Personalplanung, Abrechnung, Kommunikation, Fördermittel, Kursorganisation und Qualitätsstandards lassen sich bei mehreren tausend Mitgliedern und zahlreichen Angeboten nicht mehr nebenbei erledigen.

Diese Arbeit ist von außen oft kaum sichtbar – sie ist aber eine wichtige Voraussetzung dafür, dass am Ende vor Ort alles funktioniert.

Weil auch ein gemeinnütziger Verein um Menschen, Fachkräfte, Aufmerksamkeit und finanzielle Ressourcen konkurriert.

Es gibt heute eine enorme Bandbreite an Freizeit- und Bewegungsangeboten, mit denen wir um die wertvolle Freizeit der Menschen konkurrieren. Auf dem Arbeitsmarkt stehen wir mit Unternehmen, Kommunen, Schulen und anderen Einrichtungen im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende.

Wettbewerbsfähigkeit bedeutet für uns aber nicht, möglichst kommerziell zu werden. Unser Vorteil liegt gerade darin, dass wir Professionalität mit Gemeinschaft und gesellschaftlicher Verantwortung verbinden.

Weil viele Entscheidungen ihre Wirkung erst über Jahre entfalten. Personal, Sportstätten, Darlehen, Digitalisierung, neue Angebote und die Ausbildung von Ehrenamtlichen lassen sich nicht kurzfristig planen. Ein verantwortungsvoll geführter Verein muss deshalb immer auch fragen: Wo wollen und müssen wir in fünf, zehn oder zwanzig Jahren stehen?

Kurzfristig an Strukturen zu sparen, kann langfristig teuer werden. Wenn Fachkräfte gehen, Ehrenamtliche überfordert werden oder Kinder keinen Zugang mehr zu Bewegung finden, lassen sich solche Strukturen nicht einfach innerhalb weniger Monate wieder aufbauen.

Deshalb gehört vorausschauendes Denken für uns zu verantwortungsvoller Vereinsführung.

Weil Ehrenamt am besten funktioniert, wenn Menschen Unterstützung bekommen und nicht mit allem allein gelassen werden.

Viele Ehrenamtliche wollen Kinder trainieren, Mannschaften begleiten, Veranstaltungen organisieren oder ihre Sportart weiterentwickeln. Sie engagieren sich nicht, weil sie ihre Freizeit mit Steuerfragen, Personalverwaltung, Datenschutz oder komplizierten Förderanträgen verbringen möchten.

Hier schafft das Hauptamt die nötige Entlastung.

Professionelle Strukturen übernehmen die Dinge, die Ehrenamtliche weniger gerne oder auch weniger gut bewältigen können. So können Ehrenamtliche ihre Zeit und Energie dort einsetzen, wo sie es mit ganzem Herzen tun: am Menschen, beim Sport.

Hauptamt ersetzt Ehrenamt nicht. Hauptamt schützt, unterstützt und ermöglicht Ehrenamt.

Leistungssport gehört zur SG. Wir freuen uns über sportliche Spitzenleistungen, über Bundesliga-Sport und über Athletinnen und Athleten, die sich auf nationaler oder internationaler Ebene entwickeln. Solche Erfolge schaffen Vorbilder, Identifikation und können gerade Kinder und Jugendliche enorm motivieren.

Unser Fundament bleibt aber der Breitensport. Leistungssport wächst idealerweise aus starken Vereinsstrukturen heraus. Aus guter Nachwuchsarbeit von qualifizierten Trainerinnen und Trainern, die Athletinnen und Athleten Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen und sie langfristig begleiten.

Wir wollen nicht sportlichen Erfolg um jeden Preis. Wir wollen nicht dauerhaft große Teile unserer finanziellen Mittel dafür einsetzen, hochbezahlte Kader zu finanzieren, Spielerinnen und Spieler von außen zusammenzustellen oder erhebliche Reise- und Wettkampfkosten zu tragen, wenn daraus kaum nachhaltige Wirkung für den Gesamtverein entsteht.

Das heißt ausdrücklich nicht, dass andere Modelle falsch sind. Vereine setzen unterschiedliche Schwerpunkte. Für die SG ist entscheidend, dass Leistungssport wirtschaftlich verantwortbar, in unsere Vereinsstruktur eingebettet und mit einem Mehrwert für den Verein verbunden sein soll.

Das kann zum Beispiel bedeuten, Talente gezielt zu fördern, besondere Athletinnen und Athleten auf ihrem Weg zu unterstützen oder einer Abteilung den Schritt auf ein sehr hohes sportliches Niveau zu ermöglichen – sofern Finanzierung, Partner und Strukturen dafür vorhanden sind.

Unsere Leitidee lautet deshalb: Breitensport ist die Basis, Leistungssport darf daraus wachsen. Aber sportlicher Erfolg darf nicht dazu führen, dass Kinder-, Jugend-, Gesundheits- oder gesellschaftliche Angebote des Gesamtvereins darunter leiden.

Weil professionelle Arbeit eine entsprechende Qualifikation und Wertschätzung erfordert – auch im materiellen Sinne.

Unsere Mitarbeitenden tragen viel Verantwortung. Sie betreuen Kinder, leiten Gesundheits- und Sportangebote, entwickeln Projekte, arbeiten mit Schulen und Kitas zusammen, koordinieren Ehrenamtliche und kümmern sich um Themen wie Personal, Organisation, Prävention, Kommunikation oder Verwaltung.

Dafür bringen sie ein Studium oder Fachausbildung und langjährige Erfahrung mit.

Hinzukommt, dass wir bei der Suche nach Mitarbeitenden im Wettbewerb mit Kommunen, Schulen, Kliniken, sozialen Einrichtungen und Unternehmen stehen. In vielen dieser Bereiche haben sich Arbeitsbedingungen und Vergütungsstrukturen in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Vereine müssen hier Schritt halten, wenn sie gute Fachkräfte gewinnen und halten wollen.

Wer professionelle Arbeit von Sportvereinen erwartet, muss ihnen auch ermöglichen, als Arbeitgeber konkurrenzfähig zu bleiben.

Auch ein moderner Sportverein bietet professionelle Dienstleistungen an und steht in vielen Bereichen im Wettbewerb mit privaten Anbietern von Sport-, Fitness- und Gesundheitsleistungen. Trotzdem gibt es einen entscheidenden Unterschied: Unser Zweck ist ein anderer.

Ein kommerzielles Unternehmen will wirtschaftlich erfolgreich sein, um Gewinne für sich selbst zu maximieren. Wir wollen wirtschaftlich erfolgreich sein, um unsere gemeinnützigen Strukturen zu sichern und gesellschaftliche Aufgaben zu erfüllen.

Wer bei uns trainiert, ermöglicht auch Kinder- und Jugendarbeit, Ehrenamt, Gemeinschaft, Inklusion und vieles mehr.

Hinzu kommt der Vereinsgedanke: Menschen sind bei uns nicht nur Kundinnen und Kunden. Sie können Mitglied werden, mitgestalten, selbst Verantwortung übernehmen, sich ehrenamtlich engagieren und Teil einer Gemeinschaft sein.

Das heißt nicht, dass ein Verein automatisch „besser“ ist als ein kommerzieller Anbieter – beide haben ihre Berechtigung. Aber sie verfolgen unterschiedliche Ziele.

Wir verkaufen nicht nur Sport. Wir schaffen Strukturen, in denen aus Sport auch Gemeinschaft, Engagement und gesellschaftlicher Mehrwert entstehen kann.

Auf den ersten Blick vielleicht nicht viel. Im Vereinsalltag inzwischen allerdings ganz schön viel. Datenschutz, Arbeitsrecht, Steuerrecht, Kinderschutz und Prävention, Arbeitssicherheit, Versicherungen, Fördermittelabrechnungen, Dokumentations- und Nachweispflichten … die Liste an gesetzlichen und organisatorischen Anforderungen ist lang und wird länger.

Nicht falsch verstehen: Vieles davon ist an sich wichtig und sinnvoll. Das Problem ist nicht, dass es Regeln gibt. Das Problem ist der enorme Aufwand, der damit verbunden sein kann.

Beispiel Bildungs- und Teilhabepaket. Eine wunderbare Sache, die es Kindern aus Familien mit geringerem Einkommen ermöglicht, am Sport teilzuhaben. Wir freuen uns riesig für und über diese Kinder! Allerdings bedeutet das Ganze für uns auch: Anträge, Nachweise, Fristeinhaltung, Abrechnungen, individuelle Rückfragen – ein Haufen administrativer Aufgaben.

Diese Arbeit sieht niemand. Trotzdem muss sie erledigt werden.

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Gedankenexperiment

Was wäre, wenn es uns nicht gäbe?

Keine Drohungen, nur eine Aufzählung.

Wischen oder ziehen

Aufwachsen

Weniger sichere Orte, an die Kinder und Jugendliche nach der Schule gehen können.

Gesundheit

Weniger Bewegung, weniger Prävention. Die Kosten dafür entstehen später und woanders.

Generationen

Weniger Orte, an denen 12-Jährige und 70-Jährige regelmäßig dieselbe Halle nutzen.

Ehrenamt

Weniger Menschen, die lernen, Verantwortung für andere zu übernehmen. Ehrenamt entsteht dort, wo man es üben kann.

Stadtleben

Leere Hallen, stille Plätze, ausgefallene Feste. Ein Ort ohne Verein ist ein Ort mit weniger Anlässen.

Identität

Weniger Gründe, stolz auf den eigenen Stadtteil zu sein. Zugehörigkeit entsteht nicht von allein.

Und dann

Mehr Aufgaben für Familien, Schulen, Verwaltung und soziale Einrichtungen. Die Arbeit verschwindet nicht, sie zieht nur um.